CHEP Halbpaletten Stapel
Umlaufkosten der Halbpaletten im Pooling geringer als im Tauschverfahren. Foto CHEP Deutschland GmbH

Eine aktuelle Kostenstudie der Fraunhofer IML zum Tauschverfahren von Halbpaletten in Deutschland belegt die Vorteile des Palettenpoolings. Insbesondere Ersatz und Reparatur treiben die Kosten im herkömmlichen Tauschverfahren in die Höhe. Trotz Servicegebühr liegen die Umlaufkosten pro Palette im Poolingverfahren, wie es bspw. CHEP anbietet, unter den Gesamtkosten des offenen Pools.

Das liegt nach Erkenntnissen des Fraunhofer IML insbesondere an der schlechten Qualität der Düsseldorfer Halbpaletten, die zunehmend aus Billigimporten stammen. Die Kosten für Reparatur und Ersatzbeschaffung beziffert das Institut mit 1,25 bis 1,79 Euro pro Umlauf und Palette, von denen der überwiegende Anteil, nämlich durchschnittlich 1,22 Euro, bei den Verladern hängen bleiben. Die mangelnde Qualität der Paletten verursacht zudem Störungen in Logistikprozessen und damit zusätzliche Kosten: wenn sie z. B. umkippen, brechen oder defekte Paletten im automatischen Hochregallager am Inspektionspunkt aussortiert werden und die Versorgung unterbrechen. Allein solche Störungen verursachen Kosten von bis zu 0,54 Euro je Palette.

Die Gesamtkosten einer Düsseldorfer Halbpalette betragen laut Studie im Paletten-Tauschsystem (offener Pool) zwischen 3,39 und 4,81 Euro pro Umlauf und Palette. Davon trägt der Logistikdienstleister bis zu 1,94 Euro. Diese Kosten entfallen beim Pooling und können daher als Effizienzbeitrag gesehen werden. Denn im geschlossenen Pooling übernimmt der Pooling-Anbieter Bereitstellung, Ersatz, Reinigung, Reparatur, Leegutrückführung und weitere Services. Dafür erhebt er eine Servicegebühr. Die Studie belegt nun erstmals auf einer breiten Datenbasis, dass die Umlaufkosten pro Palette trotz Servicegebühr im Poolingverfahren unter den Gesamtkosten im offenen Pool liegen.

Über die Studie

Die Studie basiert auf einer Erhebung des Fraunhofer IML vom Frühjahr 2015. Die Daten wurden im Rahmen einer Online-Befragung und Telefoninterviews erhoben. Insgesamt nahmen 32 Unternehmen an der Befragung teil. Davon sind rund 60 Prozent Großunternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten. Partner der Studie sind der Palettenpooling-Anbieter CHEP, der Deutsche Speditions- und Logistikverband e.V. (DSLV) und der Markenverband. Die Ergebnisse der Studie wurden Anfang Juni 2015 im Rahmen der Feierlichkeiten zum 30-jährigen Jubiläum von CHEP Deutschland in Köln exklusiv vorgestellt.

Caroline Rolffs kommt gebürtig aus Köln, ist freie Journalistin und Autorin für Print- und Onlinemedien. Seit 2011 schreibt sie regelmäßig Beiträge in den Bereichen Außenhandel und Zoll.